Rechtsansprüche

Als geschädigter Anleger haben Sie Anspruch auf Schadensersatz. Dieser berechnet sich grundsätzlich nach dem tatsächlich eingetretenen Verlust, kann aber auch im Rahmen einer vollständigen Rückabwicklung der Anteilszeichnung geleistet werden.

Bei letzterem erhält der Anleger sein gesamtes investiertes Kapital zzgl. Agio zurück, Zug-um-Zug gegen Übereignung der streitigen Anteile an die Gegenseite.

 

Die genannten Schadenansprüche können Ihnen gegen die vermittelnde Bank, gegen die Verantwortlichen des Prospekts oder auch gegen die Geschäftsführung der Fondgesellschaft zustehen.

Hierfür ist entscheidend, welche Fehler begangen wurden. In Betracht kommen in der Regel Beratungsfehler und Fehler im Prospekt. Insbesondere, wenn auf die Risiken der Anlage nicht ordnungsgemäß hingewiesen wurde, stehen dem Anleger die genannten Ansprüche zu.

 

Beispiele:

 

1. Zeichnung der Anlage im Januar 2012 zu einem Kurs von 100.000 €. Der Anleger wollte kein Risiko eingehen und jederzeit über sein Geld verfügen können. Bei ordnungsgemäßer Beratung hätte der Anleger eine sichere Anlage gezeichnet.

 

 

Wert der Anlage im Januar 2013: 40.000 €; Ausschüttungen: 0 €

 

Ansprüche:

a.       60.000 € als Differenz oder

b.      100.000 € (Zeichnungssumme) Zug-um-Zug gegen Übereignung der Anteile

c.       (egal ob Schadensersatz nach a) oder b) gewählt, zusätzlich) Schadensersatz für entgangene Zinsen der sicheren Alternativanlage. Bei 1 Jahr ca. 1.000 €.

 

Bei Wahl der Variante a) erhält der Anleger ca. 61.000 € und behält die gezeichneten Anteile,

bei Wahl der Variante b) erhält der Anleger ca. 101.000 € und übereignet die Anteile an die Gegenseite.

 

 

2. Zeichnung der Anlage im Januar 2010 zu einem Kurs von 10.000 €. Der 80-jährge Anleger wollte ein Anlageprodukt für Absicherung seines Lebensabends erwerben. Laufzeit der empfohlenen Anlage: 20 Jahre.

 

Bei ordnungsgemäßer Beratung hätte der Anleger eine sichere Anlage gezeichnet.

Mitte 2011 muss der Fonds aufgrund von Liquiditätsproblemen saniert werden, daher zahlt der Anleger die erhaltenen Ausschüttungen zurück und schießt weitere 2.000 € „freiwillig“ nach.

 

Wert der Anlage im Juni 2012: 5.000 €

 

Ansprüche:

a.       7.000 € als Differenz (12.000 € - 5.000 €) oder

b.      10.000 € (Zeichnungssumme) Zug-um-Zug gegen Übereignung der Anteile und weiteren 2.000 € (Nachschuss)

c.       (egal ob Schadensersatz nach a) oder b) gewählt, zusätzlich) Schadensersatz für entgangene Zinsen der sicheren Alternativanlage. Bei 2,5 Jahren ca. 250 €.

 

Bei Wahl der Variante a) erhält der Anleger ca. 7.250 € und behält die gezeichneten Anteile,

bei Wahl der Variante b) erhält der Anleger ca. 12.250 € und übereignet die Anteile an die Gegenseite.

 

 

3. Zeichnung der Anlage im Januar 2011 zu einem Kurs von 10.000 €. Der Anleger wollte eine absolut sichere Anlage.

 

Bei ordnungsgemäßer Beratung hätte der Anleger sein Geld auf dem Tagesgeldkonto (verzinst mit 1 %) gelassen. *

 

Bis Mitte 2013 erhielt der Anleger jährliche Ausschüttungen von 500 € pro Jahr.

 

Wert der Anlage im Juni 2013: 9.000 €

 

Ansprüche:

a.       1.000 € als Differenz oder

b.      10.000 € (Zeichnungssumme) Zug-um-Zug gegen Übereignung der Anteile und

c.       (egal ob Schadensersatz nach a) oder b) gewählt, zusätzlich) Schadensersatz für entgangene Zinsen des Tagesgeldes. Bei 2,5 Jahren ca. 250 €.

 

Allerdings sind die erhaltenen Ausschüttungen zu berücksichtigen, also 1.000 €.

 

Bei Wahl der Variante a) erhält der Anleger 250 € und behält die gezeichneten Anteile,

bei Wahl der Variante b) erhält der Anleger ca. 9250 € und übereignet die Anteile an die Gegenseite.

 

*Es handelt sich hier um einen Sonderfall, dass ein ordnungsgemäß beratender Anleger sein Geld normalerweise in eine andere Anlageklasse als Tagesgeld investiert.

 

 

Weiteres zu möglichen Ansprüchen und ob eine ordnungsgemäße Beratung vorliegt, erfahren Sie bei uns.

 

Hierbei können Sie persönlich, per Kontaktformular oder telefonisch 0611 – 450 230 in Kontakt mit uns treten.